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Grüner Strom statt Atom? Die Energiewende und ihre Tücken

In Neues
April 13, 2024
a row of power lines in the middle of a field

Seit der Abschaltung des Kernkraftwerks Neckarwestheim vor etwa einem Jahr und dem damit verbundenen Ende der Atomstromproduktion in Deutschland, richtet sich der Blick verstärkt auf die erneuerbaren Energien. Der Übergang zu einer nachhaltigeren Energieversorgung ist jedoch mit erheblichen Herausforderungen verbunden, wie das Beispiel von Frank Holzappel zeigt. Der Bewohner von Holzgerlingen hat auf seinem Mehrparteienhaus eine große Photovoltaikanlage installiert, doch die erhoffte Rentabilität bleibt aus. Die hohen Anschaffungskosten und die geringen Einspeisevergütungen machen die Amortisation seiner Investition zu einer langfristigen Angelegenheit. Zusätzlich erschweren lokale Vorschriften die Nutzung einer installierten Ladesäule für Elektroautos, wodurch die Effizienz und der Nutzen seiner Anlage weiter eingeschränkt werden.

Trotz individueller Rückschläge gibt es in Baden-Württemberg auch positive Entwicklungen. So ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im Land seit dem Atomausstieg deutlich gestiegen. Laut der Bundesnetzagentur machen erneuerbare Energien mittlerweile über die Hälfte der gesamten Stromproduktion aus. Besonders die Solarstromkapazitäten werden weiter ausgebaut, wie die Daten des Vereins Solar Cluster Baden-Württemberg zeigen. In Philippsburg, wo einst die Kühltürme eines Kernkraftwerks das Stadtbild prägten, hat sich die Photovoltaik erfolgreich etabliert, und es werden kontinuierlich neue Anlagen installiert.

Das Ziel Baden-Württembergs, bis 2040 klimaneutral zu sein, erscheint jedoch ambitioniert. Experten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme betonen, dass trotz einer möglichen Vervierfachung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen, eine Abhängigkeit von Stromimporten bestehen bleiben wird. Die Debatte um die Energiewende ist daher weiterhin ein zentraler Punkt in der politischen Diskussion, wobei die Herausforderungen und Möglichkeiten dieser umfassenden Transformation weiterhin kritisch begleitet werden müssen.