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Fraunhofer ISE bestätigt: Erneuerbare Energien ersetzen Kernkraft in Deutschland

In Neues
April 15, 2024

Ein Jahr nach der endgültigen Abschaltung der letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) eine umfassende Bilanz gezogen. Die Daten zeigen, dass die Lücke, die durch das Ende der Kernenergie entstand, erfolgreich durch erneuerbare Energiequellen geschlossen wurde. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen und hat den Wegfall der Kernkraft komplett kompensiert.

Signifikanter Anstieg erneuerbarer Energieproduktion
Im Betrachtungszeitraum von April 2023 bis April 2024 wurden etwa 270 Terawattstunden Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt, ein Anstieg um 33 Terawattstunden im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Zuwachs stellt nicht nur einen Ersatz für die weggefallene Kernkraft dar, sondern verbessert auch die Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit des deutschen Strommixes. Der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Stromerzeugung erhöhte sich auf beeindruckende 58,8 Prozent.

Rückgang der fossilen Energieproduktion
Parallel dazu ist die Stromproduktion aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdgas, Öl und Müll im gleichen Zeitraum um 26 Prozent gesunken. Die Gründe hierfür liegen in den gestiegenen Kosten für fossile Brennstoffe und CO2-Zertifikate. Die Gesamtlast, also der Energiebedarf einschließlich Netzverlusten, ist ebenfalls um 2,1 Prozent gefallen, was auf verstärkte Stromeinsparungen im industriellen und privaten Sektor sowie auf eine höhere Eigennutzung von Photovoltaikstrom zurückzuführen ist.

Bedeutung der Stromimporte
Obwohl die Stromimporte im ersten Jahr ohne Kernkraftwerke angestiegen sind, widerlegt das Fraunhofer ISE die Behauptungen, Deutschland sei zum Netto-Stromimporteur geworden. Die Importe waren hauptsächlich auf niedrigere Börsenstrompreise zurückzuführen, die durch die hohe Produktion erneuerbarer Energien in den Alpen und in Nordeuropa im Sommer ermöglicht wurden.

Perspektiven für die Zukunft
Das Institut betont, dass Deutschland über ausreichend Kapazität verfügt, um die eigene Stromversorgung zu sichern. Die installierte Kapazität an nicht-fluktuierenden und erneuerbaren Energiequellen liegt weit über dem Spitzenlastbedarf des Landes. Diese robuste Energieinfrastruktur, ergänzt durch effiziente Nutzung und die Integration von Energiespeichern, stellt eine solide Basis für eine nachhaltige Energiezukunft dar.

Dieser Übergang markiert einen wichtigen Meilenstein in Deutschlands Energiewende und demonstriert das Potenzial erneuerbarer Energien, traditionelle Energiequellen nachhaltig zu ersetzen.