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Photovoltaik: Enpal plant den Aufbau einer Solarproduktion in Deutschland

In Neues
Februar 26, 2024
architectural photography of building

Eine erfolgreiche Etablierung der Solarproduktion in Europa erfordert passende politische Rahmenbedingungen. Das Solarunternehmen Enpal beabsichtigt, eine eigene Fertigung für Solarmodule aufzulegen und untersucht hierfür aktuell mögliche Standorte in Deutschland und Europa.

Das Unternehmen Enpal, spezialisiert auf Solarinstallationen, gab seine Pläne bekannt, eine Solarproduktion in Deutschland zu etablieren. Laut Mario Kohle, CEO und Gründer von Enpal, ist das Unternehmen entschlossen, sich aktiv an der Entwicklung einer vielfältigen europäischen Solarindustrie zu beteiligen. „Diese wichtige Veränderung muss nun schnell und in Abstimmung mit politischen Richtlinien vorangetrieben werden“, betonte er.

Das Hauptziel ist die Entwicklung von nachhaltigen und konkurrenzfähigen Produkten. Zudem soll die Produktion zur notwendigen Diversifizierung der Lieferketten beitragen, indem sie sich stärker auf deutsche und europäische Produkte konzentriert. Derzeit evaluiert Enpal Möglichkeiten für eine Fertigung an bereits bestehenden Standorten innerhalb Deutschlands und Europas.

Diese Ankündigung erfolgte zeitgleich mit der Bestätigung durch den Modulhersteller Meyer Burger zur Schließung seines Werks in Freiberg/Sachsen. Im Hintergrund dieser Entwicklung steht eine Debatte in der Solarbranche über die Gestaltung der Förderung europäischer Produktionskapazitäten. Anfang Februar unterstrich die EU mit dem Net Zero Industry Act ihre Absicht, für Schlüsseltechnologien zur Erreichung der Klimaneutralität, eine europäische Produktionsquote von 40 Prozent festzulegen. Zu diesen Technologien gehören neben der Photovoltaik auch Batterien/Speicher, Bioenergie, Brennstoffzellen/Elektrolyseure, CCS, Netze, Wärmepumpen/Geothermie und Windenergie. Aktuell werden mehr als 90 Prozent der Photovoltaikprodukte wie Wafer und Ingots importiert.

Auch das Installationsunternehmen 1Komma5° kündigte an, eine eigene Modulproduktion ins Leben zu rufen. Diese Entscheidung folgte auf den Austritt des Unternehmens aus dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) aus Protest gegen dessen Haltung zur Förderung der inländischen Produktion.