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Wirtschaftsweise rechnet auch in Zukunft mit hohen Strompreisen

In Neues
April 11, 2024

Trotz sinkender Kosten für erneuerbare Energien prognostiziert die Wirtschaftsweise Veronika Grimm weiterhin hohe Strompreise in Deutschland. Während viele Politiker und Experten von einer Verbilligung des Stroms ausgehen, sobald erneuerbare Energien wie Wind und Sonne eine größere Rolle spielen, sieht Grimm die Situation anders. Sie betont, dass insbesondere die Zeiten ohne Wind und Sonne, also die Versorgungslücken, auch in Zukunft erhebliche Kosten verursachen werden.

Die Herausforderungen der Energieversorgung
Veronika Grimm, Mitglied des Sachverständigenrats für Wirtschaft, stellt klar, dass die bloßen Gestehungskosten von Wind- und Solarparks – die Kosten für Bau und Betrieb im Verhältnis zur Stromerzeugung – keine zuverlässige Grundlage für die Prognose zukünftiger Strompreise bieten. Sie argumentiert, dass in vielen Stunden des Jahres, wenn Wind- und Solaranlagen nicht ausreichen, um den Strombedarf zu decken, auf teure Alternativen wie Batteriespeicher oder Gaskraftwerke zurückgegriffen werden muss. Diese Notwendigkeit treibt die Kosten in die Höhe.

Kritische Betrachtung der Kostenstrukturen
In einer von Grimm mitverfassten Studie werden für das Jahr 2021 die Gestehungskosten für Windstrom mit 5,49 Cent je Kilowattstunde und für Solarstrom aus großen Parks mit 4,07 Cent je Kilowattstunde angegeben. Allerdings ergeben sich bei kontinuierlicher Nachfrage nach Strom oder bei regional schwankendem Verbrauch deutlich höhere durchschnittliche Kosten – mindestens 6,49 bzw. 7,23 Cent je Kilowattstunde. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Kosten für die Überbrückung der Versorgungslücken wesentlich ins Gewicht fallen.

Zukünftige Szenarien und Technologien
Für das Zieljahr 2040 geht die Studie von weiter sinkenden Gestehungskosten aus, prognostiziert aber gleichzeitig, dass die Gesamtkosten zur Deckung der Stromnachfrage aufgrund der notwendigen Backup-Technologien wie Batteriespeicher und Wasserstoffkraftwerke hoch bleiben werden. Selbst wenn Gaskraftwerke aufgrund der Klimaziele keine Option mehr sein sollten, werden die CO2-Preise die Kosten für verbleibende fossile Energieträger in die Höhe treiben.

Politische und wirtschaftliche Implikationen
Die Analyse von Grimm wirft auch ein Licht auf die politischen Debatten über Subventionen und die Kosten der11. Sie mahnt, dass auch staatliche Eingriffe die grundlegenden Kosten nicht eliminieren, sondern lediglich umverteilen – oft zu Lasten der Steuerzahler. Die Frage der Strompreise bleibt somit nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein zentral politisches Thema, das weitreichende Konsequenzen für Industrie und Verbraucher hat.

Die Diskussion um einen subventionierten Industriestrompreis, die im vergangenen Jahr geführt wurde, zeigt die Komplexität und Brisanz dieses Themas. Während niedrigere Strompreise für energieintensive Unternehmen wirtschaftlich wünschenswert sind, könnte eine dauerhafte Subventionierung langfristige finanzielle Lasten für den Staat bedeuten.

Veronika Grimm und ihre Kollegen liefern mit ihrer Studie eine kritische Perspektive auf die zukünftigen Strompreise in Deutschland, die eine wichtige Grundlage für politische Entscheidungsprozesse bietet.