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Zugang zu Solarstrom erleichtert: Neue Regelungen für Mehrfamilienhäuser

In Neues
April 30, 2024

Städtische Mehrfamilienhäuser könnten in Zukunft eine wesentlich größere Rolle in der Erzeugung von Sonnenenergie spielen. Bisher standen komplizierte Vorschriften und hohe bürokratische Hürden der Nutzung von Dachflächen durch Eigentümergemeinschaften für Photovoltaikanlagen im Weg. Diese Barrieren sollen nun durch das neu verabschiedete Solarpaket abgebaut werden.

In den letzten Jahren hat die Nachfrage nach Solaranlagen durch die Kombination von sinkenden Preisen und hohen Stromkosten stark zugenommen. Vor allem Wohneigentumsgemeinschaften (WEG) zeigten großes Interesse, waren jedoch oft von den umfangreichen Pflichten und Risiken abgeschreckt, die mit dem Betrieb einer solchen Anlage verbunden sind. Das bisherige Mieterstrommodell verlangte von den Vermietern, den gesamten Strombedarf der Mieter zu decken, was sie praktisch zu Vollstromversorgern machte und eine komplexe Abrechnung erforderlich machte.

Das neue Modell der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung im Rahmen des Solarpakets zielt darauf ab, diese Probleme zu lösen. Es erlaubt Eigentümern und Vermietern, Solarstrom auf den Dächern ihrer Mehrfamilienhäuser zu erzeugen, ohne dabei alle steuerrechtlichen und buchhalterischen Pflichten eines Vollversorgers übernehmen zu müssen. Die Bewohner können nun den restlichen benötigten Strom von externen Anbietern beziehen, was die Situation erheblich vereinfacht.

Dennoch bleiben Fragen zur praktischen Umsetzung der neuen Regelungen, insbesondere zur Messung, Abrechnung und Verteilung des Solarstroms, offen. Diese Aspekte sollen durch individuell ausgearbeitete Gebäudenutzungsverträge geregelt werden, für die bereits verschiedene Musterverträge entwickelt werden.

Trotz dieser positiven Entwicklungen gibt es weiterhin Herausforderungen, wie etwa den Mangel an geeigneten intelligenten Messsystemen, die eine detaillierte Erfassung des Stromverbrauchs und der -erzeugung ermöglichen. Diese Probleme sollen in den kommenden Jahren adressiert werden, um eine breitere Nutzung der Solarenergie in städtischen Mehrfamilienhäusern zu fördern und so einen wichtigen Beitrag zur Energiewende zu leisten.