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Verhandlungen gescheitert: Tennet prüft alternative Finanzierungswege für Netzausbau in Deutschland

In Neues
Mai 21, 2024
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Der niederländische Übertragungsnetzbetreiber Tennet steht vor finanziellen Herausforderungen beim Ausbau des Stromnetzes in Deutschland und den Niederlanden. Nachdem keine Einigung über die Übernahme des Deutschland-Geschäfts durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erreicht werden konnte, sucht Tennet nun nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten.

Hintergründe zum gescheiterten Deal

Tennet hat ambitionierte Pläne und benötigt erhebliche finanzielle Mittel, um diese umzusetzen. Der Übertragungsnetzbetreiber plante ursprünglich, sein Deutschland-Geschäft an die KfW zu verkaufen, um das notwendige Eigenkapital für geplante Investitionen von 160 Milliarden Euro von 2024 bis 2033 aufzubringen. Diese Investitionen sind entscheidend für den Ausbau des Stromnetzes sowohl an Land als auch auf See. Trotz intensiver Gespräche im vergangenen Jahr kam jedoch keine Einigung zustande.

Alternativen zur Finanzierung

Als Reaktion auf das Scheitern der Verhandlungen mit der KfW erkundet Tennet nun alternative Finanzierungsoptionen über den öffentlichen oder privaten Kapitalmarkt. „In enger Zusammenarbeit mit dem niederländischen Staat als alleinigem Anteilseigner bereiten wir uns auf ein zügiges Vorgehen vor“, teilte das Unternehmen mit. Diese Schritte sind Teil von Tennets Bemühungen, seine finanzielle Unabhängigkeit zu stärken und die notwendigen Investitionen sicherzustellen.

Unterstützung durch die Niederlande

Um die anstehenden Projekte zu unterstützen, hat die niederländische Regierung bereits ein Gesellschafterdarlehen über 25 Milliarden Euro bereitgestellt. Diese Finanzspritze sichert die Investitionen von Tennet in den Niederlanden und Deutschland für die Jahre 2024 und 2025. Zusätzlich hat Tennet 1,1 Milliarden Euro durch eine grüne Hybridanleihe aufgenommen.

Kontext der deutsch-niederländischen Energiekooperation

Im Mai 2020 unterzeichneten Deutschland und die Niederlande eine gemeinsame Absichtserklärung zur weiteren Energiekooperation, speziell in den Bereichen Netze und Stromübertragung. Ein zentraler Aspekt dieser Vereinbarung war die Prüfung von Optionen für einen deutschen Einstieg bei Tennet, der in Deutschland für ein ausgedehntes Gebiet verantwortlich ist.

Fazit

Die Herausforderungen und Unsicherheiten, die Tennet derzeit erlebt, spiegeln die Komplexität und die hohen Kosten wider, die mit dem Ausbau der notwendigen Infrastruktur für die Energiewende verbunden sind. Während die Suche nach alternativen Finanzierungswegen weitergeht, bleibt die Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Deutschland ein wichtiger Pfeiler für die zukünftige Entwicklung des europäischen Energiemarktes.