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Trier auf dem Weg zu 100 Prozent erneuerbaren Energien bis 2026

In Neues
März 15, 2024

Trier, eine der ältesten Städte Deutschlands, bekannt für das historische Stadttor Porta Nigra aus der Römerzeit, steht kurz davor, ein modernes Energiezeitalter einzuläuten. Die Stadt an der Mosel hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2026 ihren gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen zu decken. Dieser ambitionierte Plan wird von den Stadtwerken Trier vorangetrieben, die trotz einiger politischer Widerstände die Herausforderungen der Energie- und Wärmewende optimistisch angehen.

Unter der Leitung von Arndt Müller, dem Vorstand der Stadtwerke Trier seit 2021, wurden innovative Lösungen entwickelt, um die Energiewende in der Stadt fast vollständig umzusetzen. So wurde beispielsweise aus der Trinkwasserversorgung ein virtuelles Pumpspeicherkraftwerk geschaffen. Zudem dient Biogas von lokalen Landwirten als Reserve für Dunkelflauten im Winter, während in Blockheizkraftwerken neben Strom auch Wärme erzeugt wird. Müller betont die Vorteile dieser Ansätze: „Wir werden die Strompreise entgegen dem deutschen Trend weiter senken“, und sieht Trier als Vorbild für andere Städte.

Ein Meilenstein der Nachhaltigkeit
Bis 2023 hat Trier bereits 70 Prozent seines Energiebedarfs durch eigene erneuerbare Quellen gedeckt – ein Wert, der deutlich über dem deutschen Durchschnitt liegt. Die Stadtwerke planen, in den kommenden zwei Jahren die 100-Prozent-Marke zu erreichen, indem sie weiterhin in Wind, Solar, Wasserkraft und Bioenergie investieren. Dabei werden nicht nur zusätzliche Kapazitäten geschaffen, sondern auch Flexibilitäten im Energiesystem ausgebaut, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Lokale Gegebenheiten als Vorteil nutzen
Die geografische Lage Triers und seiner Umgebung, charakterisiert durch einen konzentrierten urbanen Raum umgeben von flachem Land, hat sich als vorteilhaft für den Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen erwiesen. Diese Rahmenbedingungen, einst als wirtschaftlicher Nachteil betrachtet, haben sich durch die Energiewende in einen entscheidenden Vorteil verwandelt. Die Stadtwerke Trier haben frühzeitig damit begonnen, die Erzeugungskapazitäten in Zusammenarbeit mit Kommunen, Kunden und Industrieunternehmen auszubauen.

Einbindung und Akzeptanz der Bevölkerung
Ein Schlüssel zum Erfolg des Trierschen Energiekonzepts liegt in der Einbindung der Bürger in die Wertschöpfungskette. Während der Energiekrise konnte Trier seinen Bürgern grünen Strom zu günstigeren Preisen anbieten und damit die Akzeptanz für erneuerbare Energien deutlich steigern. Die Nutzung bestehender Infrastrukturen und Möglichkeiten, wie das Beispiel des virtuellen Pumpspeicherkraftwerks zeigt, macht die Energiewende nicht nur nachhaltig, sondern auch kosteneffizient.

Ausblick
Trier steht kurz davor, ein beispielhaftes Modell für die Energiewende in städtischen Gebieten zu werden. Durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen, die Einbindung der lokalen Bevölkerung und die kreative Anpassung bestehender Infrastrukturen beweist die Stadt, dass eine umfassende Umstellung auf erneuerbare Energien nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Trier zeigt eindrucksvoll, wie Städte einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten und gleichzeitig die Lebensqualität ihrer Bewohner verbessern können.