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Smart-Meter-Revolution: Fraunhofer IEE führt wegweisende Untersuchungen zum Management kritischer Stromnetzsituationen

In Neues
März 15, 2024

In einer Zeit, in der die Energiewende und die Notwendigkeit einer zuverlässigen Stromversorgung im Fokus stehen, gewinnt die intelligente Steuerung von Energieverbrauchern zunehmend an Bedeutung. Das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (Fraunhofer IEE) leitet ein wegweisendes Verbundprojekt namens Utilispaces, das sich mit der Steuerung und Drosselung von Energieverbrauchern über Smart Meter in kritischen Netzsituationen beschäftigt. Ziel dieses Projektes ist es, eine sichere und effiziente Integration von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen und privaten Wallboxen in das Stromnetz zu ermöglichen, besonders in Zeiten, wenn das Risiko einer Überlastung besteht.

Mit der Neuregelung des §14a EnWG durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) dürfen Netzbetreiber die Stromzufuhr zu bestimmten Verbrauchern in Notfallsituationen drosseln, um die Stabilität des Netzes zu gewährleisten. Die Herausforderung besteht darin, diese Prozesse effizient und praxistauglich umzusetzen, ohne den Anschluss neuer Verbraucher zu behindern.

Das Fraunhofer IEE erforscht gemeinsam mit Industriepartnern und unter Einsatz des Digital Grid Labs innovative Ansätze zur Steuerung dieser Verbrauchseinrichtungen. Durch den Einsatz von Smart Meter Gateways und dem Controllable Local System (CLS)-Kanal werden in diesem Labor verschiedene Szenarien zur Netzsteuerung simuliert. Die Vielfalt der Geräte und die Flexibilität in der Wahl der Betreiberrollen bieten einzigartige Möglichkeiten, die komplexen regulatorischen Vorgaben und die damit verbundenen Prozesse umfassend zu testen.

Das Projekt wird ergänzt durch die Einrichtung eines Virtual Labs am Fraunhofer IEE, das die Simulation von Steuerungsprozessen mit einer großen Anzahl von Smart Meter Gateways und flexiblen Energieanlagen ermöglicht. Diese virtuelle Laborumgebung dient der Untersuchung von Skalierungsfragen und der Vorbereitung auf praktische Feldtests, die bei den Anlagen aller Projektpartner durchgeführt werden sollen.

Utilispaces geht auch der Frage nach, wie sich Anlagen während der Schalthandlungen von Netzbetreibern oder Energieservice-Anbietern verhalten, die durch wettbewerbliche Messstellenbetreiber verwaltet werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung des CLS-Kanals für Submetering-Zwecke sowie der Entwicklung unternehmensübergreifender Nutzungskonzepte für die gesammelten Daten.

Durch die enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern wie der Energienetze Mittelrhein GmbH & Co.KG, der MVV Energie AG, der ZENNER Connect GmbH und der Enisyst GmbH, wird das Projekt von umfangreichem praktischen und technischen Know-how profitieren. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), steht Utilispaces an der Spitze der Bemühungen, das deutsche Stromnetz flexibler, effizienter und zuverlässiger zu gestalten und somit einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende und zum Schutz des Klimas zu leisten.