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Meyer Burger erwägt Schließung der deutschen Produktionsstätte

In Neues
Januar 18, 2024

Meyer Burger, ein Schweizer Hersteller von Solarmodulen, zieht in Erwägung, seine Fertigung in Deutschland zu beenden. Eine Entscheidung ist bis Mitte Februar angesetzt, sofern nicht politische Unterstützungsmaßnahmen für die Branche ergriffen werden. Von dieser potenziellen Entscheidung wäre der Standort Freiberg in Sachsen betroffen. Das Unternehmen warnt vor einer möglichen Werksschließung, falls nicht geeignete Maßnahmen für faire Wettbewerbsbedingungen in Europa, wie Resilienzförderungen, umgesetzt werden.

Meyer Burger betrachtet das Marktumfeld in Europa als verschlechtert und plant daher, sich auf den US-Markt zu konzentrieren, um die Verluste in Europa zu minimieren. Die Produktion in den USA soll im zweiten Quartal beginnen. Die Umorientierung könnte bereits Ende April zur Schließung des Werks in Freiberg führen, sollte die Politik nicht einschreiten. Der Standort Freiberg beherbergt die größte europäische Produktion von Solarmodulen und beschäftigt 500 Mitarbeiter.

Trotz der drohenden Schließung in Freiberg, plant Meyer Burger, die Zellproduktion in Bitterfeld-Wolfen fortzuführen und die neuen Produktionsstätten in den USA sowie die Solarzellfertigung in Thalheim zu unterstützen. Auch die Forschungs- und Entwicklungsstandorte in der Schweiz und Deutschland sollen von den Maßnahmen unberührt bleiben.

Das Unternehmen sieht sich durch zunehmende Produktionskapazitäten in China, Wettbewerb aus Indien und Handelsrestriktionen durch die USA einem Überangebot auf dem europäischen Markt gegenübergestellt. Dies stellt eine Herausforderung für die eigene Unternehmensstrategie dar. Meyer-Burger-Chef Gunter Erfurt kritisiert die mangelnde Unterstützung europäischer Unternehmen im Vergleich zu den subventionierten chinesischen Herstellern und fordert von der europäischen Politik die Umsetzung geplanter Maßnahmen.

Die Bundesregierung befindet sich bereits in Gesprächen mit Meyer Burger, wobei das Wirtschaftsministerium die Bedeutung der Solarindustrie für Deutschland und Europa betont. Die sächsische Landesregierung fordert ebenso Unterstützung, um die Solarbranche vor den Auswirkungen chinesischer Subventionen zu schützen.

Meyer Burger verzeichnete im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von circa 144 Millionen Euro und einen operativen Verlust von mindestens 134 Millionen Euro, was das Unternehmen auf Marktverzerrungen in Europa zurückführt. Die Aktie von Meyer Burger verzeichnete in Zürich einen zeitweisen Einbruch um 30 Prozent, und eine Kapitalerhöhung wird in Erwägung gezogen.