80 views 2 mins 0 comments

Meyer Burger: Ein Kampf gegen den Strom in einem von Preisdruck dominierten Markt

In Neues
April 03, 2024

In der Schweizer Solarbranche herrscht Aufbruchsstimmung, doch nicht alle Segel stehen günstig für europäische Hersteller wie Meyer Burger. Die Erfahrung von Marc Preusche, dem Chef eines der größten Installationsunternehmen in der Schweiz, unterstreicht ein hartes Marktumfeld, das zunehmend von kostengünstigen chinesischen Solarmodulen dominiert wird. Die Begeisterung für Solarenergie, die durch die Ukraine-Krise in den Jahren 2022 und 2023 einen beispiellosen Aufschwung erlebte, kühlt ab und hinterlässt einen umkämpften Markt, in dem Preusche einen klaren Trend sieht: Schweizer Hausbesitzer bevorzugen überwiegend chinesische Panels – angelockt durch ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Meyer Burger, ein Synonym für Qualität und Langlebigkeit, findet sich in einem Dilemma wieder. Trotz der Produktion hochwertiger Module in Ostdeutschland, kämpft das Unternehmen mit Absatzschwierigkeiten, die durch den Drang nach günstigeren Alternativen aus China verschärft werden. Preusche betont, dass Kunden sich nicht gegen europäische Produkte entscheiden, weil sie minderwertig sind, sondern weil der Preisunterschied – teilweise über 50 Prozent – zu verlockend ist. Dies lässt wenig Raum für Anbieter wie Meyer Burger, die sich außerhalb des Preiskampfes positionieren möchten.

Die aktuelle Lage ist auch ein Spiegelbild globaler Entwicklungen. China, als größter Produzent von Solarzellen weltweit, profitiert von massiven Skaleneffekten, die niedrige Preise ermöglichen. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer für Meyer Burger: Die Firma plant, durch eine Kapitalerhöhung und den damit verbundenen Aufbau einer Produktion in den USA, neue Märkte zu erschließen und vielleicht von dortigen Förderprogrammen zu profitieren.

Marc Preusche sieht die Zukunft europäischer Solarmodul-Hersteller in spezialisierten Nischen, die besondere Anforderungen erfüllen – sei es durch innovative Designs oder durch Produkte, die extremen Wetterbedingungen standhalten können. Diese Strategie könnte europäischen Herstellern eine Überlebenschance bieten, allerdings um den Preis, dass sie sich auf kleinere Marktsegmente beschränken müssen.

In diesem dynamischen Umfeld positioniert sich die Swiss Solar Group strategisch durch Übernahmen und Expansion, um von der wachsenden Nachfrage nach Solarenergie zu profitieren – mit oder ohne europäische Panels. Preusches Perspektive beleuchtet eine grundlegende Herausforderung für die Solarindustrie: die Balance zwischen Qualität, Preis und Nachhaltigkeit in einem zunehmend globalisierten Markt.