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Hohe Preise für Fernwärme in SH noch bis Jahresende

In Neues
April 17, 2024
electric windmill

In Schleswig-Holstein macht der Anstieg der Fernwärmepreise den Verbrauchern zu schaffen, insbesondere in der Siedlung am Birkenweg in Süderbrarup, wo die Heizkosten dieses Jahr die Haushalte besonders hart treffen. Trotz allgemein sinkender Energiepreise zahlen die Bewohner für eine durchschnittliche Wärmeversorgung über das Blockheizkraftwerk des Unternehmens Hansewerk Natur zwischen 2.500 und 6.000 Euro jährlich. Diese Preisspitze ist bemerkenswert, da Fernwärmekunden in der Regel nicht frei ihren Anbieter wechseln können.

Die hohen Kosten sind vor allem darauf zurückzuführen, dass die Preissetzung der Fernwärme meist jährlich erfolgt und auf den Großhandelspreisen des Vorjahres basiert. So spiegeln die aktuellen Tarife noch die Zeit hoher Gaspreise wider, die durch den globalen Energiemarkt verursacht wurden. Erschwerend kommt hinzu, dass staatliche Unterstützungen wie die Preisbremse und die reduzierte Mehrwertsteuer inzwischen ausgelaufen sind, wodurch die Preise zusätzlich in die Höhe getrieben wurden.

Viele Bewohner des Birkenwegs, wie Gabi Knuth und Heiko Andresen, suchen nun nach alternativen Heizmöglichkeiten, etwa durch den Einbau von Wärmepumpen oder Erdwärmeanlagen, um die hohen Kosten zu umgehen. Doch je mehr Haushalte das Fernwärmenetz verlassen, desto höher werden die Kosten für die verbleibenden Nutzer.

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein sieht Ungereimtheiten in der Preisgestaltung und empfiehlt den Betroffenen, Rechnungen nur unter Vorbehalt zu zahlen und gegebenenfalls Widerspruch einzulegen. Energieexperte Tom Janneck berichtet von zahlreichen Beschwerden und einer steigenden Bereitschaft der Verbraucher, sich Sammelklagen anzuschließen, um gegen die hohen Preise vorzugehen.

Trotz der momentanen Hochpreisphase ist die Aussicht, dass die Fernwärmepreise im kommenden Jahr wieder sinken könnten, ein Hoffnungsschimmer für die Verbraucher. Allerdings hängt dies stark von der weiteren Entwicklung des globalen Energiemarktes ab. Bis dahin bleibt die Situation für viele Haushalte in Schleswig-Holstein angespannt.