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DUH kritisiert schleppenden Photovoltaik-Zubau in deutschen Großstädten

In Neues
April 08, 2024

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) legt den Finger in die Wunde: In einer aktuellen Auswertung stellt sie fest, dass die Mehrheit der deutschen Großstädte beim Zubau von Photovoltaik-Anlagen weit hinter den Möglichkeiten zurückbleibt. Lediglich sieben der 82 untersuchten Großstädte sind nach Ansicht der DUH „auf einem sehr guten Weg“, während 46 Städte beim Ausbau der Solarenergie dringend das Tempo erhöhen müssen. Besonders alarmierend: In 29 dieser Städte ist eine Verdopplung der bisherigen Anstrengungen erforderlich, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Die Bewertung basiert auf einer Analyse der installierten PV-Kapazitäten und setzt ambitionierte Ziele für die Zukunft fest. Demnach müssten Städte wie Düsseldorf, Heidelberg und Magdeburg ihre Bemühungen signifikant steigern, während in Metropolen wie Dresden, Hamburg oder Frankfurt am Main sogar eine Verdreifachung des Tempos notwendig wäre, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Trotz der insgesamt ernüchternden Bilanz, belohnt die DUH sieben Städte mit einer „grünen Karte“ für ihre vorbildlichen Bemühungen im Bereich der Photovoltaik. Unter diesen Vorreitern finden sich Oldenburg, Paderborn, Regensburg, Neuss, Oberhausen, Gütersloh und Erlangen.

Die zugrundeliegende Methodik der Auswertung wirft jedoch Fragen auf, da sie vornehmlich die Fläche der Städte in Beziehung zu den nationalen PV-Ausbauzielen setzt. Kritiker bemängeln, dass eine solche Betrachtung die individuellen Potenziale und Herausforderungen der urbanen Räume nicht ausreichend berücksichtigt. Großstädte verfügen demnach über ein weitaus höheres Potenzial für die Installation von Photovoltaik-Anlagen, als die Auswertung der DUH suggeriert.

Die DUH fordert angesichts ihrer Ergebnisse einen verstärkten Einsatz auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene, um die Rahmenbedingungen für den Photovoltaik-Zubau zu verbessern. Insbesondere auf den Dächern von Gewerbegebäuden, aber auch bei Parkplatzüberdachungen und Balkonen sehen die Umweltschützer ungenutzte Potenziale, die es zu aktivieren gilt.

Trotz der kritischen Töne bietet die Auswertung wertvolle Anhaltspunkte für eine Neuausrichtung der städtischen Energiepolitik. Sie unterstreicht die Notwendigkeit, gezieltere und ambitioniertere Maßnahmen zu ergreifen, um die Energiewende in den Städten voranzutreiben und die klimapolitischen Ziele Deutschlands zu erreichen.