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Bundesnetzagentur bestimmt Netzreservebedarf für kommende Winter

In Neues
April 30, 2024

Die Bundesnetzagentur hat den Bedarf an Netzreserve für die Winterhalbjahre 2024/2025 und 2026/2027 festgelegt, um die Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zu gewährleisten. Für den Winter 2024/2025 beträgt der Bedarf an Netzreservekraftwerken 6.947 Megawatt. Diese Zahl stellt eine Reduktion im Vergleich zum Vorjahr dar, was auf die Fertigstellung einiger Netzausbauprojekte und eine effizientere Auslastung bestehender Stromleitungen zurückzuführen ist.

Rückblick und zukünftige Planungen

Im vergangenen Winter hatte die Netzreserve aufgrund des vorübergehenden Einsatzes von Ersatzkraftwerken, die dazu dienten, Erdgas in der Stromerzeugung einzusparen, rechnerisch niedriger ausfallen können. Diese Kraftwerke sind nun wieder in die Netzreserve zurückgekehrt, was nominell den Bedarf erhöht.

Für das Winterhalbjahr 2026/2027 ist ein Anstieg des Netzreservebedarfs auf 9.202 Megawatt vorhergesagt. Dieser Anstieg wird durch einen erwarteten Wiederanstieg des Stromverbrauchs und die europaweite Ausweitung der grenzüberschreitenden Handelskapazitäten verursacht. Zudem beeinflussen Verzögerungen beim Netzausbau und der fortschreitende Zubau von Wind- und Solaranlagen in stromintensiven Regionen die Prognosen.

Internationale Beteiligung und Redispatch

Ein wesentlicher Teil des Netzreservebedarfs für den Winter 2024/2025 wird durch inländische Kraftwerke gedeckt, während die restlichen 1.367 Megawatt durch ausländische Kraftwerke abgedeckt werden sollen. Dies setzt eine enge Zusammenarbeit mit ausländischen Kraftwerksbetreibern voraus, die bis Mitte Mai ihr Interesse an der Netzreserve bekunden sollen.

Die Netzreserve dient primär dazu, Überlastungen im Übertragungsnetz zu vermeiden. Dies geschieht durch den sogenannten Redispatch, bei dem man die Erzeugung vor einem drohenden Engpass erhöht und gleichzeitig dahinter reduziert. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, werden Netzreservekraftwerke eingesetzt, die ausschließlich auf Anforderung der Übertragungsnetzbetreiber und außerhalb des normalen Strommarktes aktiviert werden.

Auswirkungen auf die Stromkosten

Die Kosten für die Vorhaltung der Netzreservekraftwerke sowie deren Abrufkosten sind Teil der Gesamtredispatchkosten und werden über die Netzentgelte finanziert. Diese Kosten tragen letztendlich die Verbraucher.

Die Festlegung des Netzreservebedarfs ist ein entscheidender Schritt zur Sicherstellung der Energieversorgung in Deutschland während der Wintermonate, in denen der Stromverbrauch traditionell höher ist. Die Übertragungsnetzbetreiber hatten die Bundesnetzagentur zuvor mit ihrer Systemanalyse versorgt, die nun nach Prüfung zur Festlegung des Bedarfs geführt hat. Diese Maßnahmen sind essentiell, um die Zuverlässigkeit des Stromnetzes zu gewährleisten und umfangreiche Stromausfälle zu vermeiden.