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Baywa verzeichnet Umsatz- und Gewinnrückgang – Erneuerbare Energien nicht verschont

In Neues
März 28, 2024

Die Baywa AG, ein diversifizierter Konzern mit Aktivitäten in den Bereichen Agrar, fossile und erneuerbare Energien sowie im Baugeschäft, hat für das Geschäftsjahr 2023 deutliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verzeichnet. Mit einem Jahresumsatz von 23,9 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 11,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, und einem operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 304 Millionen Euro, 39,7 Prozent weniger als 2022, steht der Konzern vor Herausforderungen. Der Rückgang resultierte in einem Jahresfehlbetrag von 93,4 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Überschuss von 239,5 Millionen Euro erzielt wurde.

Besonders hervorzuheben ist, dass auch das Segment der regenerativen Energien, das in der Vergangenheit oft als Stütze des Konzernergebnisses galt, einen Rückgang zu verzeichnen hatte. Das EBIT dieses Segments fiel um fast 19 Prozent auf 193,8 Millionen Euro bei einem Umsatz von 5,8 Milliarden Euro. Als Gründe für die negative Entwicklung werden eine allgemein schwächelnde Nachfrage und verstärkter Wettbewerbsdruck durch günstige Solarmodule aus China genannt. Dies ist bemerkenswert, da Baywa re Solar Trade, ein Großhändler des Konzerns, im Vorjahr einen Rekordabsatz von mehr als zehn Gigawatt erreichte, hauptsächlich mit Modulen chinesischer Hersteller.

Trotz der aktuellen Herausforderungen setzt das Unternehmen weiterhin auf Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Geschäftseinheit IPP (Independent Power Producer) konnte ihren Bestand an Wind- und Solarparks weiter ausbauen und verfügt nun über Anlagen mit einer Gesamtleistung von 800 Megawatt. Zudem sind 500 Megawatt an neuen Projekten im Bau oder kurz vor Baubeginn, was die Grundlage für einen signifikanten Ausbau des Portfolios legt.

Die Baywa AG plant, ihren Wachstumskurs im Segment der regenerativen Energien fortzusetzen und internationale Märkte weiter zu erschließen. Die geplante Veräußerung des Solarhandelsgeschäfts soll bis 2025 abgeschlossen sein, wobei die erwarteten Erlöse in Schuldenreduktion und Kerngeschäfte investiert werden. Dabei liegt der Fokus auf der Erweiterung der Projektpipeline bei Wind und Solar, dem Ausbau des IPP-Portfolios sowie der Erweiterung des Geschäftsbereichs Energy Solutions und Services.

CEO Marcus Pöllinger betont die Notwendigkeit einer Konsolidierung im Geschäftsjahr 2024. Jede der über 500 Beteiligungen des Konzerns wird auf Profitabilität und Wachstumspotenzial geprüft, um eine strategische Neuausrichtung vorzunehmen. Die klare Botschaft: Zukünftig muss jede Einheit eigenständig profitabel sein.